Die Zweite: Lebensbericht einer Le(e)hrerin

19. Juni 2007

134. Ausgabe

Ein erneutes Zusammentreffen mit der vorzüglichen Ute-Maria von Knebbelstorff in der Chillout-Lounge von Wolke Seven-Eleven macht eine Fortsetzung möglich. Unerwartetes, ja hoffnungsvolles ergießt sich nun (in gewohnter Reimform) aus dem Gehege ihrer Zähne:

Die Zweite: Lebensbericht einer Le(e)hrerin

Jetzt habe ick die Faxen dicke
Ich schaue jetzt nach vorn und schicke
Der wichtigsten Person die Jrüße: Icke.

Piepwurscht die Sorgen andrer Leute.
Ick lebe ja nur einmal: heute.
Was ich bisher nun: –leider- scheute.

Das Leben nimmt mir keiner ab,
und keiner redet mich ins Grab,
weil ick die Faxen dicke hab.

Finito mit dem Weltenschmerz.
Der Herrjott gab mir Hirn und Herz,
Ich halte mir den Bauch vor Lachen,
könnt immer neue Scherze machen.

Ick reime, wat die Zeile hält,
sei umgearmt, du schöne Welt,
Du sommerblaues Himmelszelt.
Wenn dat nicht aus de Strophe fällt,
Denn weiß icks och nich, jelt?

Ick zieh mir prächtje Sachen an,
Ick liebe, wat ick lieben kann,
Jott, und die Welt, und Jedermann.

Ick bin ganz frohegemute,
Und wünsch euch allet Jute,
Ute.

Ute-Maria v. Knebelsttorff.

Herrenleib (Fronleichnam)

7. Juni 2007

133. Ausgabe

Dieser katholische Festtag feiert die Einsetzung des Abendmahlsakraments (mit etlichen Unrichtigkeiten):

- chronologisch, da das biblisch vorgesehene Datum, der Gründonnerstag, in die Fastenzeit fällt;
- sachlich, da nur die geweihten Hostien per Prozession herumgetragen werden, nicht jedoch der entsprechende Wein per Laienkelch;
- assoziationstechnisch, da an der ganzen Sache eigentlich nichts Frohes dran ist.

zaunkreuz

Für die offizielle Bedeutung siehe hier.

Die kirchlichen Reformbewegungen haben demgemäß dieses Fest überwiegend abgelehnt. Aber auch hier gibt es noch Verirrungen und Verwirrungen: z.B. die gerechte Bibelübersetzung, halbherzig getragen von der EKD.

Hier nun Mt 26, 26 in freier und gerechter Bibelübersetzung der Elektropostille:

(26) Bei dem Runden Tisch am Gründonnerstag belasteten Jesus und seine JüngerInnen die Ökobilanz wirklich nur rein vegetarisch mit Brot. (27) Das mit dem Wein war mehr sinnbildlich gemeint, denn unsere jüdischen FreundInnen dürfen kein Blut trinken. Und unsere abstinenten FreundInnen mögen sich einfach kaltgepressten Traubensaft vorstellen, genauso die KinderInnen.
(28) Dabei haben die JüngerInnen sich sozio-ökologisch, gleichstellungstechnisch und im Sinne der jüdisch-christlichen Verständigung zu einem Ideen-Aktions-Bündnis (Der Neue Bund) zusammengeschlossen. Wenn frühkapitalistische Ausbeuter aus der Sündenvergebung am Runden Tisch einen Wertpapierhandel mit Ablassbriefen gemacht haben, dann haben sie die Message vom Abendmahl total nicht verstanden.
(29) Die nächste Teilnahme von Jesus am Runden Tisch mit Brot und (symbolisch) Wein kann aus persönlichen Gründen erst im JENSEITS erfolgen.

Bzw.:

26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. 27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. (Matthäus 26, 17ff)

Die intergalaktische Kaffeemaschine

30. Mai 2007

132. Ausgabe

Nun einige Worte zur Verpflegung der jenseitigen Wesen. Natürlich gibt es mannigliche Astralspeisen. Aber auch Engel ermüden und benötigen gelegentlich ein wenig Koffein. Daher rührt auch ihre „Engelsgeduld“, und das geht so:

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Die intergalaktischen Kaffeeautomaten (vgl. Bild des hiesigen Nutri-Matic-Getränke-Synthesizers, Bild s. oben) verfügen über vielfältige Funktionen. Darunter den Unwahrscheinlichkeitsdrive, also eine Mechanik, die menschlichen Mißgeschicken ihre Unwahrscheinlichkeit verleiht (vgl. „Murphy’s Law“). Also gewissermaßen ein Aquisitionsinstrument für die berufliche Heils- und Hilfstätigkeit der Engel.

Gleichzeitig enthält der Automat eine Fortbildungsfunktion: das Geduldsübungsmodul. Je nach energetischer Verfassung des jeweiligen Jenseitsbewohners erfolgt die Ausgabe des gewünschten Getränks nach einem Intervall von 10,7 bis 37,3 Sekunden, derweil der Automat besorgniserregende Gurgel-Geräusche erzeugt.

Bei schweren Fällen von englischer Ungeduld erfolgt Ausgabe von Trinkschokolade statt Espresso (”der ein bisschen (aber eben nicht ganz) anders als Tee schmeckt.“) usw. Die wirklich schweren Fälle erhalten nach einem komplizierten Algorhythmus eine Getränkemenge von 120% x FKB (FKB= Fassungsvermögen des Kaffeebechers). Das dient dann gleichzeitig auch der Schulung des Gleichgewichtssinns beim Engelsflug.

Natürlich wird der intergalaktische Kaffeeautomat auch von den lieben Verstorbenen genutzt, was zu Störungen bei der ewigen Ruhe führen kann.- Rast- und friedlos irren diese armen koffein-angetriebenen Geister dann durch Vodoofilme, Friedhöfe und englische Landhäuser. Dieses Phänomen ist als Revenant-Syndrom unter den Jenseitigen sehr gefürchtet, die hierbei geleisten Überstunden können nämlich bei ihnen aus technischen Gründen nicht als „Freizeit“ ausgeglichen werden.

Eiszungen, falschgeliefert

28. Mai 2007

131. Ausgabe
Gestern, pünktlich zu Pfingsten, eine skandalöse himmlische Falschlieferung. Gewitter und Hagel statt Erleuchtung. Was eine Schande, betonen zahlreiche Heilig-Geist-Verbraucher-Schutzverbände. Vom wirtschaftlichen Schaden (z.B. den achthundert toten Schweinen in Sachsen) ganz zu schweigen.

Sonntagmorgen schlängelten sich noch die Feuerzungen an der Schwelle zum Diesseits in Reih und Glied, niederlassungsbereit auf den Häuptern der Aposteln.

feuerzungen

Doch schon passierten erste Fehler im Produktionsablauf: Der englische Dekurion schritt die Reihen ab, zählte, und zählte, und kam nur auf Zehn. Klar, er ist Dekurion, also kann er Amts wegen nur bis Zehn zählen. Als, flugs, wurden noch zwei unschuldige Küchenkräfte zur Verstärkung herbeikommandiert. Schließlich mußten alle zwölf Aposteln mit Erleuchtung und dem speziellen BSÜP (ein biblisches Spachübersetzungs-Programm, zur Kommunikation mit den andersgläubigen ausländischen Mitbürgern, denn die Bibel kennt keinen Sprachtest) beliefert werden.

Zur Erläuterung der Pfingst-SOP:

sop

Zunächst lief alles plangemäß: Wolken der Gewitterwolken-Gattung „Kumulonimbus“ zogen auf, der Himmel verfinsterte sich. Der Heilige Geist stand bereit, sich zu ergießen. Aber dann ein großes Malheur.

Starke Aufwinde („Deutsche optimistisch wie noch nie“, so die WELT am Wochenende) hinderten jede Erleuchtung. Immer und immer wieder wurden die armen Feuerzünglein zurück in die höchsten Jenseitsschichten gewirbelt. Bis sie schließlich zu jämmerlich kalten und blassen Hagelkörnchen gefroren.

Das war dann der traurige Rest.
hagel

Der Geist weht, wo er will.

Lebensbericht einer Le(e)hrerin

24. Mai 2007

130. Ausgabe

Wegen atmosphärischer Störungen erscheint dieser Beitrag ohne die gewohnten Fotos oder Links. Die Redaktion bittet um Entschuldigung.

Unsere Reise-Redaktion (siehe 129. Ausgabe) hat bereits die interessantesten Begegnungen mit jenseitigen Wesen gehabt. Konkret handelt es sich um die Bewohnerin der Nachbar-Wolke des Wolken-Motels Seven Eleven, wo die Reise-Redaktion derzeit vier Doppelzimmer belegt.

Aus spirituellen und sonstigen geistigen Gründen hat das Interview eine Versform angenommen, die dem Leser der Elektropostille nicht vorenthalten werden soll. Hier der Wort-Mitschnitt der sinnreichen, leitbildfunktionellen und auch sonst zielführenden Aussagen:

Lebensbericht einer Le(e)hrerin

Ich hab erst ditte gemacht
Und denn jenet gemacht,
Denn mein Sohn zur Welt gebracht.

Den hab ich verlorn,
Kaum war er geborn,
Und mir, mir packte der eilige Zorn.

Allen ne Lüge aufgetischt,
Nach Afrika bin ich entwischt,
Negerbabies den Po abgewischt.

Denn fand ick mein Mann,
Der war auch übel dran,
Da habm wir uns zusamm getan.

Jetzt schmeißt er mich raus,
Aus unser schönet Haus.
Jetzt weiß ich och nich mehr ein oder aus.

Ich hab ja noch nie was richtich gemacht,
Nur andere um ihre Not gebracht.
Und nun det allet Jute Nacht?

Wat soll ick nun tun,
Statt mir auszuruhn,
Det frag ich mir jetze: Was nun? Was tun?

Denn insjesamt, det gebietet der Stolz,
Bin ich ja aus unheilbarem Holz.
Hochachtungsvollst,

Ute-Maria v. Knebelsttorff.

Jenseits

23. Mai 2007

129. Ausgabe
Die Elektropostille meldet sich rechtzeitig nach Himmelfahrt wieder. Es haben sich grundlegende Änderungen an der metaphysischen Situation einzelener Mitglieder der Redaktion ergeben.

jenseits

Tja, und um die Frage nach dem Transportmittel sogleich zu beantworten: In einem praktischen, von der Freizeitpraxis unserer niederländischen Nachbarn inspirierten Gefährt, sozusagen dem Jagganath-Wagen mit geschlossenem Dach war die Überfahrt auch gar nicht so beschwerlich.

leichenwagen

Die Juggernauten werden künftig in loser Folge Berichte aus ihrem derzeitigen Erkundungsrevier zur Verfügung stellen. Obgleich das „Nachreisen“ beschwerlich sein könnte, werden die Reportagen aus dem Jenseits in der Rubrik „Reiseberichte“ veröffentlicht werden.

Zuallererst ein paar Eigenheiten der Eingeborenen hier im Jenseits, also der Seraphen, Cheruben, der Aposteln und Erzengeln usw.. Es handelt sich um nichtstoffliche Wesen, also gewissermaßen naturwissenschaftlich auf dem neuesten Stand.

Sie sind eine nicht mehr zu differenzierende Entität aus Energie und Masse, wenngleich von freundlicher Gemütsart. Den Juggernauten wurde jedenfalls von diesen ephemerischen Gastgebern eine bequeme Wolke (mit Wannenbad, WC und Minibar) und jeweils ein persönlicher Psalter zugewiesen. Für Paare gerne auch mit Doppelwolkenbett (Nebenbei: der unsachgemäße Gebrauch von Wolken-Wasserbetten führt zu gewittrigen Schauern, die Einzelheiten möge der geneigte Lesern sich ausmalen).

Und da kommen wir auch schon zur Nützlichkeit einer immer rarer werdenden Spezies stofflicher Menschen bei der ganzen Angelegenheit: den Noch-Rauchern. Der Wohnraum im Jenseits wird langsam knapp. Ist ja auch logisch: immer mehr Menschen versterben seit Millionen von Jahren und das Jüngste Gericht will und will nicht kommen, es herrscht Aktenstau. Und so müssen elysium-bauliche Maßnahmen her. Aus diesen hehren Motiven gründete sich in Berlin-Kreuzberg ein Verein, der hoffentlich nur der erste unter vielen sein wird.

null

Auf diese Wolken können Sie bauen.

Mit den besten Grüßen und einem Hosianna,

Ihre Elektropostille

Gastrokritik, die ultimative: Café Chr.

2. März 2007

128. Ausgabe

Im Stadtteil D. der holden Heimatstadt der Elektropostille gibt es noch ein klassisches Frühstückscafé, geöffnet ab 7 Uhr 30, also zur Frühstückszeit.

Jetzt erstmal ein anderes Bild:

narkose

Die Wände des Café Chr. sind mit altrosa Stofftapete bedeckt, und irgendwie altrosa wirkt auch die übrige Einrichtung. Spitzentischdeckchen und davor die durchgesessenen Stühle an der Grenze zur Gammeligkeit. Ölgemälde von Montmartre hängen an den Wänden, natürlich schief, die Glaskronleuchter sind ergraut. Dezent erklingt ein Sampler aus Filmmusik von Il Gattopardo bis The Wizard of Oz. Die Bedienung ist hausblondiert, ihr Rolli ist mehr gelb als weiß, und die Bestellung nimmt sie skeptisch entgegen.

Die Schüler am Nachbartisch finden die Veranstaltung Ü90.

Das Frühstück kommt schnell und erfüllt alle Erwartungen: das Rührei ist salmonellensicher trockengebraten, das Brötchen eines Cafés unwürdig, und: Honig oder Marmelade, dem Wirt ists alles gleich. Der Tee allerdings, der ist ungewöhnlich gut. Stilsicher hat jemand einen Promenaden-Hund mitgebracht, mit geringeltem Pudel-Pullover, der das Lokal mit feiner Nase nach spendablen Frühstückern durchspürt. Geraucht werden darf (noch), und wird auch kräftig.

Das Fazit unserer Gastro-Redaktion: Schon lange nicht mehr so unprätentiös, behaglich und chillig gefrühstückt. In den Orkus mit allen Bull und Bears, Alexs und Mosch Moschs dieser Welt.

Essen: **
Service: ***
Ambiente: *********

Und hier das Originalbild:

christine

Der fußfaule Flaneur

15. Februar 2007

127. Ausgabe

Unter Flaneur versteht man gemeinhin einen gemächlich voranschreitenden Menschen (ohne bestimmtes Ziel) der seine Aufmerksamkeit schweifen läßt und über die zufällig gemachten Beobachtungen sinniert (ohne bestimmten Sinn). Nicht fußfaul flanierte dieser durch die Heimatstadt der Elektropostille.

Nun, dieser Zustand läßt sich auch ohne jede eigene körperliche Anstrengung und bei bester gastronomischer Versorgung von einer Kaffeehausterrasse aus herstellen. Die zufälligen Ereignisse und Passanten ziehen in diesem Fall gemächlich am sitzenden Flaneur vorbei.

Literarisch betrachtet bietet das Flanieren die idealen Voraussetzungen für den Stream of Consciuousness, wie ihn als allererster Eduard Dujardin mit dem Bändchen „Les lauriers sont coupés“ von 1887 vor- und den James Joyce bekanntmachte.

Der Flaneur tritt gemeinhin nicht mit den Ereignissen in Kontakt, sondern beschränkt sich auf das Beobachten des äußeren und seines inneren Geschehensablaufs. Er steht damit gewissenmaßen außerhalb der Welt mit ihren Irrungen, Wirrungen, Zwängen usw. Er ist ein Eremit, dem man das nicht ansieht und dessen Weltabgeschiedenheit allein aus seiner inneren Haltung entsteht. Nimmt das ganze pathologische Züge an, so wird von „schizoiden“ Persönlichkeitzügen ausgegangen.

Der Grad der Emigration kann bis zur vollständigen Einsamkeit reichen, besonders wenn sich der Ort des Flanierens nicht mehr im öffentlichen Raum befindet. Hier die Klause eines vollständig verorteten Flaneurs.

stubengelehter

Im Narrentanz voran ich gehe
Da ich viele Bücher sehe,
Die ich nicht lese und verstehe.

(Seb. Brant, Das Narrenschiff)

“Service”-Baustelle

15. Januar 2007

126. Ausgabe

Von der Servicewüste der Deutschen Telekom ein Reisebericht exklusiv für die Elektropostille. Mindestens von einer Service-Baustelle.

Bauhelme

Freecall 0800-33 0 1000. Das heißt übersetzt „Gratisnummer“. Oder „Umsonst“-Nummer. Die Reiseerfahrung zeigt, dass nur die letztgenannte Übersetzung zutreffend sein kann.

Der Wähler dieser Telekomnummer gerät an ein freundliches und systematisches Spracherkennungsprogramm weiblichen Geschlechts, mit dem es sich trefflich plaudern läßt. Geradezu befriedigend, wäre da nicht das Anliegen, auch Abhilfe beim eigenen Telekom-Munikationsproblem zu bekommen. Und das geht ungefähr so:

TELEKOM: Guten Tag. Herzlich willkommen beim Kundenservice von Ti-Kom! Bitte wählen Sie zunächst Ihr Anliegen: Beratung, Nachfrage zu einem Auftrag, Rechnung oder Störung?
Wähler: Nachfrage zu einem Auftrag.
TELEKOM: Nachfrage zu einem Auftrag. OK. Damit ich Ihre Kundendaten holen kann, brauche ich jetzt noch Ihre Festnetznummer. Sie können die Nummer sagen, oder über die Telefontastatur eingeben.
Wähler (gibt Nummer ein)
TELEKOM: Stimmt die folgende Nummer: (wiederholt Nummer)? Ja oder nein?
Wähler: Ja.
TELEKOM: Alles klar. Geht es bei der Nachfrage zu einem Auftrag um einen Termin, Kundendaten ändern, oder um eine Beschwerde?
Wähler: Beschwerde.
TELEKOM: (besorgt) Mmmh. Eine Beschwerde. Dann stelle ich Sie jetzt zu einem passenden Mitarbeiter durch.

Sodann erfolgt noch die höfliche Aufforderung, nach Ende der Beratung am Apparat zu bleiben, um Auskunft über die Zufriedenheit mit dem Service zu geben. Und die Einladung, bei Interesse an den Produkten von Ti-Kom „unsere“ Homepage im Internet zu besuchen. Und dann ertönt, nach kurzer Welcome-Musik, das Besetzt-Zeichen. Rausgeflogen. Heute schon 14 Mal probiert.

Es bleibt viel zu tun. Packen wirs an.

Stoiber bald im Ruhestand?

14. Januar 2007

125. Ausgabe

Vielleicht wird die Ludwig-Maximilian-Universität bald einen neuen Studenten der Philosophie verzeichnen, wie dereinst Erwin Teufel (und den sogar ohne Abitur). Hier der prae-hume Nachruf der Elektropostille:

mann isst brot

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr lasst den Armen schuldig werden,
Dann überlasst ihr ihn der Pein,
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

(Johann Wolfgang Goethe)

Erwin Teufel ist rechtzeitig vor den Landtagswahlen von 2006 gegangen und hat sich dazu in aller Bescheidenheit geäußert: „Wir sind nur zu Gast in einem Amt, in einer Aufgabe, in einem Beruf, wir sind nur zu Gast in dieser Zeit und in dieser Welt und wir haben alle nur eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis.“

Und nochmals der Hinweis auf die in der 122. Ausgabe angekündigte Neuerscheinung im Bock und Gärtner-Verlag:

-Edmund Stoiber: „Die Praxis der Basisdemokratie in meinem Freistaat“ (896 S., karton.19,90 Euro)